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Skonto richtig ziehen – Frist, Bezugsgröße und die Vorsteuer-Falle

Zahlung2 Min. LesezeitAktualisiert am 18.07.2026

Skonto ist bares Geld – aber nur, wenn die Frist eingehalten und richtig gerechnet wird. Worauf es bei Bezugsgröße, Skontofrist, Reverse-Charge und der Vorsteuerkorrektur ankommt.

Skonto ist einer der wenigen Preisnachlässe, die man sich selbst verdient, einfach durch schnelles Zahlen. Und doch geht er im Tagesgeschäft ständig verloren: Die Rechnung liegt zu lange, die Frist verstreicht, das Geld ist weg. Dabei ist Skonto bares Geld mit einer beeindruckenden Rendite.

Warum Skonto so wertvoll ist

Ein typisches Angebot lautet „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, sonst 30 Tage netto". Wer 20 Tage früher zahlt und dafür 2 % spart, erzielt aufs Jahr hochgerechnet eine Rendite von rund 36 %. Kein Tagesgeldkonto und kein Kredit kommt da mit. Deshalb ist verschenktes Skonto eine der teuersten stillen Kostenstellen in der Kreditorenbuchhaltung: Sie taucht in keiner Auswertung auf, kostet aber real.

Die drei Punkte, auf die es ankommt

1. Die Skontofrist. Sie beginnt mit dem Rechnungs- oder Lieferdatum und ist kurz, oft 8 bis 14 Tage. Maßgeblich ist in der Regel, wann das Geld beim Lieferanten ankommt, nicht wann Sie überweisen. Rechnen Sie die Banklaufzeit ein und warten Sie nicht bis zum letzten Tag.

2. Die Bezugsgröße. Skonto wird vom vereinbarten Rechnungsbetrag berechnet, üblicherweise vom Bruttobetrag. Eine Ausnahme ist Reverse-Charge nach § 13b: Dort ist keine Umsatzsteuer ausgewiesen, also bezieht sich das Skonto auf den Nettobetrag.

3. Die Vorsteuerkorrektur, die häufigste Falle. Ziehen Sie Skonto, mindert sich das Entgelt nach § 17 UStG. Damit sinkt auch die abziehbare Vorsteuer. Wer den vollen Vorsteuerbetrag der Rechnung geltend macht, aber nur den geminderten Betrag zahlt, zieht zu viel Vorsteuer, ein Fehler, der bei einer Betriebsprüfung auffällt. Der gezogene Skontobetrag muss also auch umsatzsteuerlich nachvollzogen werden.

Warum das manuell so schwerfällt

Skonto richtig zu nutzen heißt: bei jeder Rechnung die Frist erkennen, priorisieren, rechtzeitig zahlen und die Vorsteuer korrekt mindern. Bei ein paar Rechnungen im Monat geht das. Bei Hunderten verstreicht zwangsläufig ein Teil der Fristen, nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil die Übersicht fehlt.

Genau hier hilft Automatisierung: Eine Eingangsprüfung liest die Skontofrist aus der Rechnung, markiert Belege mit auslaufender Frist und zieht im SEPA-Zahllauf automatisch den Skontobetrag, aber nur, solange die Frist am Ausführungstag noch offen ist. Läuft die Frist ab, wird der volle Betrag angewiesen. So wird aus einer stillen Kostenstelle ein automatischer Ertrag, ohne dass jemand Fristen im Kopf behalten muss.

Fazit

Skonto ist kein Kleingeld: Über das Jahr summieren sich zwei Prozent auf jede Eingangsrechnung zu einem spürbaren Betrag, und die Rendite schlägt jede Alternative. Wer den Rechnungseingang so aufstellt, dass Fristen automatisch erkannt und gezogen werden, verschenkt keins mehr und vermeidet zugleich die Vorsteuer-Falle, die beim manuellen Skontoabzug so leicht übersehen wird.

Häufige Fragen

Bis wann muss ich zahlen, um Skonto zu bekommen?

Innerhalb der auf der Rechnung genannten Skontofrist, zum Beispiel „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen". Maßgeblich ist in der Regel der Tag der Wertstellung beim Lieferanten, nicht der Tag der Überweisung – also nicht bis zum letzten Tag warten.

Wird Skonto vom Netto- oder vom Bruttobetrag berechnet?

Vom vereinbarten Rechnungsbetrag – üblicherweise vom Bruttobetrag. Bei Reverse-Charge nach § 13b, wo keine Umsatzsteuer ausgewiesen ist, bezieht sich das Skonto auf den Nettobetrag.

Muss ich bei Skonto die Vorsteuer korrigieren?

Ja. Wenn Sie Skonto ziehen, mindert sich das Entgelt (§ 17 UStG) – und damit auch die abziehbare Vorsteuer. Wer den vollen Vorsteuerbetrag der Rechnung zieht, aber nur den geminderten Betrag zahlt, zieht zu viel Vorsteuer.

Lohnt sich Skonto überhaupt?

Fast immer. 2 % Skonto bei 10 statt 30 Tagen entsprechen einer aufs Jahr gerechneten Rendite von rund 36 % – deutlich mehr, als jeder Kontokorrentkredit kostet. Skonto zu verschenken ist eine der teuersten stillen Kostenstellen im Rechnungseingang.

Rechtsgrundlagen & Quellen

Offizielle Primärquellen. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.

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